200.000km mit dem smart electric drive

Nach guten 5 Jahren ist unser smart electric drive schon über 200.000km alt. Wir sind nach wie vor begeistert wie wenig Wartung und wie viel Spaß ein Auto machen kann. In diesem Post möchte ich Euch von den Highlights erzählen und warum es eine Einstiegsdroge ist.


200.000km mit dem smart electric drive


Es war am 28. Mai 2013 ...


[Bild rechts] da kam ein kleiner smart fortwo zu uns. Mit großen Augen guckten wir ihm zu wie er absolut lautlos vom LKW in unsere Einfahrt rollte. Was die nächsten 5 Jahre passieren sollte hätten wir damals nicht geglaubt. Meine Eltern hatten ihn aus purer Neugier bestellt, das geht auf Ralf Wagner's Konto (u.a. bekannt durch das Elweb) er hatte sie neugierig gemacht.


Meine Eltern wussten garnix. Lediglich das der kleine rießig Spaß macht. Wie man mit dem smart von A nach B kommt war nicht ganz klar. Aber der Verkäufer meinte, Steckdose reicht zum Aufladen. Das hatten wir bereits für den Staubsauger in der Garage und meiner Mutter reicht's ohne Nachladen ins Geschäft und zurück. Alles andere bekamen wir über die Zeit raus. Zusammengefasst ist Elektroauto fahren super einfach, aber man muss sich natürlich darauf einlassen.


Relativ bald stieß mein Vater auf die regelmäßigen Treffen von Gleichgesinnten in der Mäulesmühle, dem was später mal zu ElectrifyBW werden sollte. Ich war derweil 15 Jahre alt und der smart zwar cool, aber Autos noch zu weit weg.


Wenn der Zweitwagen zum Erstwagen wird


200.000km mit dem smart electric drive


Ursprünglich gedacht war der smart als Zweitwagen, für meine Mutter zum Pendeln zwischen Daheim und dem Geschäft. Wer aber ein Elektroauto hat, der weiß, das dreht ganz schnell. Plötzlich wollen alle mit dem Elektroauto fahren und der frisch gewordene Zweitwagen steht sich die Reifen platt.

Der smart war klasse, aber er war ohne den aufpreispflichtigen 22kW-Schnelllader, außerdem war es eben ein Zweisitzer. Im Sommer 2014 ging der Familienurlaub mit einer Renault Zoe nach Österreich. Diese gefiel uns sehr und so kam Ende 2015 eine ins Haus. Wir waren nun vollelektrisch, das Elektrofahrergrinsen Dauergast im Haus. Zu meinem 18. übernahm ich dann, dank all meiner Großeltern, den smart electric drive. Er ist mein erstes eigenes Auto, infolge dessen kann ich bis heute nicht tanken und ich habe auch nicht vor das noch zu lernen.



Einstiegsdroge Elektroauto


Übernommen hatte ich den smart mit der Zusage meiner Eltern in Schnellladefällen die Zoe ausleihen zu können. Schnell stellte sich aber heraus, das ich viel lieber mit meinem smart fahre. Auch wenn der nur 20km in der Stunde nachlädt, er hat einfach mehr Charakter und macht einen riesigen Spaß. Da sind wir uns hier im Haus einig, die Zoe kann da nicht mithalten.


200.000km mit dem smart electric drive


Das erste weiter entfernte Ziel war im Herzen der Schweiz. Ich nahm meinem Opa an einem wunderschönen Tag mit zu einem Elektroautotreffen in Bouchs.

Es ging dann nicht lange, da wollte ich mehr. Ein Kumpel und ich machten uns also auf den Weg von Stuttgart nach Berlin zur FormulaE. Ein unvergesslicher und toller Trip. Drei Tage nach Berlin und drei Tage wieder zurück. Entspannung pur, aber alles andere als alltagstauglich, das war eine reine Liebhabertour. Dort entstand auch das Bild links, man wird eben erfinderisch wenn man auf sein Auto wartet und es etwas windet. Windschattenladen nannten wir es.

Mir war seit der Berlin-Tour klar das ich in Zukunft mit dem Elektroauto reisen will. Dem 3,7kW-Schnarchlader zum Trotz nahm ich eben immer eine Packung Zeit mit. Und Gartenstühle, damit genießt es sich einfach noch besser. Ich habe viele schöne Ausflüge mit dem smart gemacht und dadurch auch tolle Leute kennen gelernt. Es war auch toll über die Zeit beobachten zu können wie es immer mehr und mehr Ladesäulen gibt. Seit 2016/17 sind wir am Punkt das man selbst mit einem Schnellladefähigen Stadtauto wie dem smart electric drive überall hin fahren kann. Mit dem aktuellen Model bin ich schon bis ans Nordkap gefahren...



Der smart, das Baustellenauto


Die Kilometer purzelten nur so durch, als die 100.000km erreicht waren wollten wir eigentlich nichtmehr so viel fahren. Aber er machte einfach riesig Spaß, daran änderte auch der Tesla nichts der mittlerweile ins Haus kam. Anfänglich sammelte noch meiner Mutter beim Pendeln fleißig Kilometer, später dann meinem Vater und ich. Mein Vater war die letzten 5 Jahre jährlich für einen Autobahnbaustellenstaus rund ums Karlsruher Dreieck verantwortlich und mit ihm der smart electric drive.


200.000km mit dem smart electric drive


In der Bauaufsicht muss man nicht nur den Tag über alles mögliche koordinieren und überprüfen, man muss auch einiges fahren. So kam es das der smart weiterhin fleißig Kilometer sammelte und die Baustelle am laufen hielt. Lustig fand ich, als mein Vater einmal erzählte er hätte sich etwas mit der Reichweite verschätzt, aber anstatt eben gleich nach zu laden fuhr er lieber gaaanz langsam über die Baustelle und "inspizierte mal alles ganz gründlich" bis er alles gesehen hatte.

Vor und nach den Baustellen war er dann wieder mit mir unterwegs. Zum Beispiel auch auf der eRuda, aber auch sonst bei allen möglichen Dingen die mir so spontan einfielen. Übrigens, liegengeblieben sind wir mit dem smart noch nie, uns ist es nach wie vor ein Rätsel wie das gehen soll. Man sieht ja wie weit man noch kommt.



Wie sieht der smart electric drive nach 200.000km aus? Reparaturen?


Er sieht aus wie am ersten Tag. Sprichwörtlich. Anfang 2017 fuhr mir eine hinten drauf, der kleine ist aber robust. Neue Plastikteile und es ist als wäre nichts gewesen. Farblich passten die perfekt dran, nichtmal das Rot schießt ab. Als kurz drauf der Nachfolger rausgekommen war und unserer nun 4 Jahre alt war, wurde ich bei einem Treffen von ElectrifyBW gefragt ob das der neue sei, so gut hält er sich.


Aber beginnen wir mal von vorne:

  1. Als er neu in der Garage stand, war plötzlich Öl unter dem Smart. Das Getriebe hatte undichte Dichtungen an den Gelenkwellen. Wurden auf Kulanz getauscht.
  2. Nach 40.000 km brauchten wir neue Reifen. Dabei stellten wir fest, das die neuen etwas lauter waren trotz dessen, das es die gleichen waren, wie wir zuvor hatten. Allerdings waren die neuen noch nicht eingefahren, das legte sich also recht schnell wieder.
  3. Nach einem Steinschlag war der Klimaanlagenkühler defekt, dieser wurde auf Kulanz ersetzt.
  4. Die Glühbirnen der Scheinwerfer melden sich alle 2 Jahre, der Rest hält 4 Jahre.
  5. Kurz vor den 90.000 km musste die Kühlflüssigkeit der Klimaanlage nachgefüllt werden, dies wurde auf Kulanz gemacht.
  6. Nach wie vor hat er die ersten Bremsscheiben und Backen. Bei 80.000 km hatte die Werkstatt wissen wollen, ob die mal durch eine andere Werkstatt getauscht wurden, die sehen ja noch aus wie neu. Nein, wurden sie nicht, aber mit einem eAuto bremst man ja kaum, es sind eigentlich nur noch Notbremsungen, die man mal nicht komplett rekuperiert bekommt. Mittlerweile zeichnet sich ab, die werden irgendwann getauscht weil sie vergammelt sind, nicht weil sie runter sind.
  7. Den getauschten Klimakompressor hatten sie nie wieder richtig dicht bekommen. Seit dem muss größeren Abständen Klimaflüssigkeit nachgefüllt werden, das hatten sie über Jahre auf Kulanz gemacht.
  8. Im Winter waren mal die Spritzwasserdüsen zugefroren, das merkte ich erst als die Sicherung der dazugehörigen Pumpe durch war.
  9. Nach einer Inspektion verlor er nochmal Öl. Wieder Getriebeöl, da hatte wer zu viel nachgefüllt und so drückte das überflüssige wieder raus.
  10. Die 12V-Batterie hatten sie mal getauscht, erklärten das sei nach 5 Jahren nötig. Ich widersprach nicht, aber halte es für unnötig.
  11. Bei der 180.000km-Inspektion war das Serviceheft voll, gab dann auf's Haus ein neues.
  12. Bei der 200.000km-Inspektion werden die Stabilisatorgummis vorne (rechts & links) getauscht, das soll jeweils 80€ kosten.


Service ist einmal im Jahr, bzw. alle 20.000km, jenachdem was zuerst ist. Im Inspektionspreis inbegriffen ist einen Ersatzwagen und das sie das Auto waschen so wie raussaugen. Außerdem auch das sie alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit ausgetauscht haben, dies ist auch beim Elektroauto gesetzliche Vorschrift. Die durchschnittliche 200€/Inspektion sind ein top Preis, erst Recht wenn man bedenkt das wir alles direkt beim Mercedes-Händler haben machen lassen.

Sonst noch nennenswerte Kosten entstehen beim Reifenkauf, alle 40.000km ist ein Satz runtergefahren. Vier Räder zusammen , ebenfalls vom Mercedes-Händler, sind für bereits ~370€ ausgewuchtet, auf den Felgen und montiert.


Alles in allem ist der Unterhalt des smart electric drive sehr, sehr günstig. Auf 100km braucht er, bei sportlicher Fahrweise, ~4€ an Strom.



Und das Akkupaket?


Nach 200.000km hat er immernoch grob 90% Restkapazität (Details dazu). Das der Akku so gut hält erstaunt uns bis heute. Man muss sich das mal vor Augen führen:

Dieses Akkupaket hat nun über 200.000km hinter sich, aufgrund der geringen Reichweite sind das ~1.800 Zyklen. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Tesla Model S 85 braucht bei 200.000km bereits ein paar Zellen ausgetauscht, bei gerade einmal ~600 Zyklen. Das Akkupaket vom smart kommt von der deutschen Akkumotiv, diese zeigen eindrucksvoll was sie drauf haben.


Was wir an der stelle auch nochmal ganz klar betonen möchten:

Das Auto wurde zu keiner Zeit besonders geschont von uns. Meine Eltern hatten ihn ursprünglich auf 2 Jahre geleast und entsprechend ohne Rücksicht auf Verluste gefahren. Nach den 2 Jahren wurde er rausgekauft und wird weiterhin so gefahren, es hat sich ja gezeigt das er's aushält. Was definitiv dem Akku hilft ist, das er über eine Wasserheizung so wie Kühlung besitzt. Das hatte 2013 nur Tesla und BMW und ist bis heute, aus Kostengründen, in kaum einem Elektroauto sonst vorhanden. Zuletzt waren wir mit dem smart am Hockenheimring und haben in (smart-)Renntempo über den Ring geprügelt.


Getreu unserem Motto:

Elektisch, weil's Spaß macht.



Das Fazit


200.000km mit dem smart electric drive


Der smart electric drive ist ein phantastisches Auto, mit über 200.000km ist er immer noch so zuverlässig wie am ersten Tag, der Elektroantrieb funktioniert tatellos und ist praktisch wartungsfrei. Wir sind davon überzeugt das die Mechanik vor dem Antrieb den Geist aufgeben wird.


Würden wir ihn heute wieder kaufen, würden wir lediglich den 22kW-Lader dazu wählen. Dieser macht das Auto nochmal deutlich flexibler und ist auch der Grund warum wir mittlerweile zusätzlich auch das neue Model mit 22kW-Lader haben. Neben der Zoe haben meine Eltern auch noch ein Tesla Model S, das konkurriert stark mit dem unserem alten smart elektric drive um den Platz des beliebtesten Autos bei uns. Wenn's geht nehmen wir aber doch lieber den smart statt dem Tesla. Er macht einfach nochmal mehr Spaß und ist dennoch so schön unauffällig.


Wir sind begeistert und ihr könnt Euch sicher sein das wir den fahren bis er mit 1.000.000km auseinander fällt. Den geben wir nie wieder her.


Lesetipp:

Von 0 auf 100.000km in 40 Monaten, da gehe ich näher auf die Zeit von 0 bis 100.000 km ein und was wir so rund um die Elektromobilität für Erfahrungen gemacht haben.


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