Das Gerücht um den 17.000€ teuren Austauschakku

Bereits Anfang Juli erschien in der Printausgabe der ADAC-Motorwelt ein Leserbrief eines smart ED3 Besitzers:

"Bei meinem Smart 451 ist nun nach fünf Jahren die Batterie defekt. Die Kosten für den Austausch liegen bei 17.000 Euro zzgl. Mehrwertsteuer, der Liefertermin ist etwa im September. Der Kleine ist nun ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ich stelle ihn in den Garten, werde ihn grün bepflanzen und wieder mit meinem Diesel zur Arbeit fahren" so die Worte des Lesers aus Speyer.


Selbstverständlich interessieren einen die Kosten nur, wenn man den Akku damals tatsächlich gekauft (4.770 € Aufpreis) hat. Die allermeisten smart ED3 haben einen Mietakku. Dieser kostet 65€/Monat und man hat kein Kilometerlimit.



Wo kommen die 17.000€ her?


Im Newsletter von Electrive.net bestätigte ein Daimler-Sprecher, dass die 17.000 € richtig sind. Dennoch ist das nur die halbe Wahrheit.


Die 17.000€ (netto) sind ein Daimler-interner Wert. Dessen Ziel ist es, dass die Austauschakkus ausschließlich in smarties landen. Das erreicht man, indem man dem Kunden für die Rückgabe des alten Akkus ebenso einen Phantasiepreis gut schreibt.

Am Ende stehen auf der Rechnung 5.880 € für den Akku als Ersatzteil, dazu kommen noch in etwa 300 € für den Austausch. Für 6.185 € (netto) ist dann der Akku ausgetauscht. In der Regel gewährt smart außerdem, zumindest eine anteilige, Kulanz.


Quelle: Rechnung eines smart eMotion-Leser



Wozu das ganze?


Wie jeder Hersteller, muss auch smart mindestens bis zum 10. Jahr nach der Erstzulassung Ersatzteile liefern können. Das schreibt der Gesetzgeber so vor. Egal ob Benzin, Diesel, Elektro oder was ganz anderes.

Entsprechend hat man kalkuliert, wie viele Austauschakkus man brauchen wird, und hält diese nahe Hannover in einem aktivem Netzspeicher vor. Akkus wollen arbeiten, andernfalls stehen sie kaputt und so sind sie sogar noch nützlich während sie auf ihren Einsatz warten.


Würde smart nun die Ersatzakkus für 5.880 € verkaufen, würd so mancher Hobbybastler damit einen Hausspeicher bauen oder seinen PKW u.a. damit auf Elektroantrieb umrüsten. Denn der Preis ist äußerst gut. Das würde dann Überhand nehmen und smart würden die Austauschakkus eventuell vor 2026 ausgehen. Der einfachste Weg das in den Griff zu bekommen ist es, dem Akku einen Phantasiepreis zu geben und dem Kunde ebenso einen Phantasiepreis bei der Rückgabe anzurechnen. Damit ist der interne Preis ausgeglichen und der Kunde bekommt eine verhältnismäßige Rechnung.

Für gewöhnlich passiert das im Hintergrund, dazu braucht es offenbar aber auch ein kompetentes smart Center.