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12 Monate später - Statistik meiner öffentlichen Ladesäule

  • Moritz Leicht
  • 6. Januar 2024 um 18:55
  • 7.216 Mal gelesen
  • 14 Antworten

Aus Neugier und weil ich günstig daran gekommen bin, habe ich mir vor 1,5 Jahren eine öffentliche Säule gekauft. Diese habe ich dann in Eigenregie bei mir aufgestellt und in Betrieb genommen. Nun hat sie das erste Jahr Betrieb hinter sich und viele von Euch haben nach Statistik und Zahlen rund um die Säule gefragt.

In diesem Artikel gehe ich darauf ein, wie viel Strom die Säule verkauft hatte und wie das über das Jahr stieg. Außerdem, was ich sonst noch so an der Säule beobachtet habe und ob sie sich jemals rechnen wird.

Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Standort und Nutzung der Ladesäule
    1. Belegung der beiden Ladepunkte
    2. Methoden zur Freischaltung der Ladesäule
    3. Steigende Absatzzahlen über das Jahr

Insgesamt gingen an meiner öffentlichen 2x 22 kW Ladesäule im Laufe von 2023 exakt 6.402,86 kWh über die beiden Zähler. Davon wurden 5.000,50 kWh klassisch öffentlich verkauft, der Rest ging an Freunde auf Besuch, Testläufe mit meinen Autos und bei Fotoshootings für diese Webseite über die Säule. Meine Statistiken im weiteren Verlauf beziehen sich ausschließlich auf die Ladungen des öffentlichen Verkaufs.

In der Vergangenheit ging ich bereits darauf ein, wie man so eine Säule aufbaut und wie man das alles auf eine Hausanschluss bekommt:

  • Meine öffentliche 22 kW Ladesäule (Aufbau und Betrieb)
  • Meine eigene öffentliche Ladesäule, zusätzlich zu 5 privaten Ladepunkten (Lastmanagement)


Standort und Nutzung der Ladesäule

Meine öffentliche Säule ist auf dem Dorf, in der Gegend gibt es einen Campingplatz (500 m), ein Sportstudio (450 m), einen Ferienpark (100 m) und ein Freibad (500 m). Sie ist die einzige öffentliche Ladesäule im Dorf und wir haben hier knapp 1.400 Einwohner. Der Platz vor der Säule wurde Ende März gepflastert und nachts ist die Säule beleuchtet.

Dank ganz normaler Backendanbindung erscheint die Säule in praktisch allen Apps und kann mit praktisch allen Ladekarten freigeschaltet werden. So wie auch jede andere öffentliche Ladesäule. Zusammen mit der Beleuchtung war mir die Anbindung in reguläre Apps sehr wichtig.

Meine eigene öffentliche Ladesäule


Zu meiner persönlichen Überraschung wird die Säule überhaupt genutzt. Wir hatten zuvor eine NewMotion (aka Shell Recharge) Ladestation mit 1x 11 kW und diese wurde nur sehr wenig von 2020 bis zum Aufbau dieser Säule genutzt. Seite diese öffentliche Ladesäule steht, wird sie zunehmend von allerlei Leuten aus dem Ort in regelmäßigen Abständen genutzt. Die meisten Leute sind Einwohner, welche von ihrem Arbeitgeber eine Ladekarte für ihren Firmenwagen bekommen und entsprechend rechnet es sich für diese ihr Auto an der Säule zu laden, anstatt daheim an der eigenen Wallbox. Die restlichen Nutzer sind nahezu alle Leute, welche Bekannte und Freunde hier im Dorf besuchen.

Beispielsweise ein niederländisches Kennzeichen habe ich an der Säule nur einmal gesehen, obwohl der Campingplatz im Sommer voll damit ist. Ebenfalls praktisch nie gab es Leute, welche den Ladevorgang über im Auto gewartet haben. Die Säule wird offensichtlich von Leuten genutzt, welche in direkter Umgebung ein Ziel oder eine Beschäftigung haben. Nicht von Leuten, welche hier auf der Durchreise sind und schnell weiter wollen.


Belegung der beiden Ladepunkte

Beide Ladepunkte haben jeweils eine Anschlussleistung von 22 kW und unterscheiden sich auch sonst in keinster Weise. Dennoch ist eine starke Tendenz zum rechten Ladepunkt da. Von den insgesamt 210 Ladevorgängen gingen 151 (72 %) über diesen. Dabei liefen 3.146 kWh (63 %) des Durchsatzes in die Autos. Da es von der Garage daneben eine private Tür gibt, welche auf diesen Ladeplatz öffnet, hätte ich es eher andersrum erwartet. Mit dem Hintergedanken, dass Leute Sorge haben, die Tür könnte ihnen das Auto vermacken.

Tatsächlich haben aber die meisten sogar so geparkt, dass die Tür das Auto treffen könnte. Anstatt 1-2 Meter weiter vorne, wo das Ladekabel problemlos hingereicht hätte und das Auto aus der "Gefahrenzone" wäre. Wenn man sich die Ladevorgänge anguckt, dann steht letztendlich eigentlich jeder bevorzugt so an der Säule, dass der Ladeport auf der Seite ist, welche am nächsten an der Säule ist.

Meine eigene öffentliche Ladesäule


Dazu passt, dass regelmäßige Ladegäste eigentlich immer an der gleichen Stelle stehen und am gleichen Ladepunkt laden. Bei genauerer Betrachtung fällt außerdem auf, dass meist sogar ein Muster hinter deren Ladevorgängen zu erkennen ist. Die einen machen beispielsweise immer kurz vor dem Wochenende das Auto nochmal voll, die anderen alle paar Tage, solange es noch hell ist und wieder andere beispielsweise bevorzugt jeden Dienstag.

Leute, welche nicht aus dem Ort sind, laden meist am Wochenende.

Statistisch gesehen wird um 16:00 Uhr am häufigsten ein Ladevorgang gestartet. Letztendlich ist aber davor und danach die Wahrscheinlichkeit kaum höher oder niedriger, dass jemand einen Ladevorgang startet. Ähnlich ist es mit dem Ende der Ladevorgänge. So kommt es auch, dass statistisch gesehen um 15:52 Uhr am häufigsten die Ladevorgänge beendet werden. Ein durchschnittlicher Ladevorgang geht 3:32 Stunden und bezieht in dieser Zeit 23,81 kWh, was auf eine durchschnittliche Leistung pro Ladevorgang von 6,75 kW kommt.

Pro Ladepunkt und Tag ergibt sich so ein Durchsatz von 6,85 kWh. Daran ist auch zu sehen, dass eher selten zwei Autos gleichzeitig an der Ladesäule stehen. Sodass es praktisch keine Zeit gibt, in der jemand nicht laden konnte, weil alles belegt war.

Der Ladevorgang mit dem größten Durchsatz war ein Porsche Taycan, welcher innerhalb von 3:39 Stunden 74,42 kWh mit einer durchschnittlichen Leistung von 20,33 kW bezog. Der längste Ladevorgang ging 17:44 Stunden und bezog 71,19 kWh, der kürzeste Ladevorgang ging 23 Sekunden und bezog 0 kWh. Den größten Durchsatz an einem Tag gab's am 5. Oktober 2023 mit 131 kWh.


Methoden zur Freischaltung der Ladesäule

Teil der deutschen Ladesäulenverordnung ist, dass Ladepunkte auch ohne bestehenden Vertrag oder dergleichen freigeschaltet werden können müssen. Das sogenannte AdHoc laden ist üblicherweise ein QR-Code, welcher an den einzelnen Ladepunkten angebracht ist, per Handy gescannt wird und einen dann auf eine Webseite weiter leitet. Auf dieser kann man dann den Ladevorgang per Kreditkarte freischalten.

So sollen auch fremde Nutzer und vor allem Ausländer problemlos Ladevorgänge starten können.

Erste ausführliche Testfahrt im smart #3


An meiner Säule wurden genau 0,9 % aller Ladevorgänge (2 Stück) über diese Methode freigeschaltet und darunter kein einziges ausländisches Fahrzeug. 62,9 % (132) Ladevorgänge wurden per RFID-Karte direkt an der Säule und die übrigen 36,2 % (76) per App freigeschaltet. Diese Werte wiederum überraschen mich überhaupt nicht. Zwar ist an der Ladesäule besten Mobilfunknetz, dennoch geht es am schnellsten kurz die RFID-Karte zu zücken, an die Säule zu halten und den Ladevorgang zu starten.

Technisch unterstützt die Ladesäule übrigens auch Plug & Charge, aber leider gibt es noch weder Ladekartenanbieter, noch Backends, welche dies an Typ 2 Säulen unterstützen. Mit der dritten Ladesäulenverordnung wird es außerdem ab 1. Juli 2024 Pflicht, dass frisch errichtete CCS-Ladepunkte per Debit- oder Kreditkarte freigeschaltet und bezahlt werden können müssen.

Das betrifft meine Typ 2 Ladesäule zum Glück nicht, wird aber meiner Einschätzung nach nicht viel öfter genutzt werden, als zuvor die vorgeschriebene AdHoc-Ladung. Wenngleich es den Preis der kWh treiben wird, weil es zusätzliche Technik und Services benötigt. Zukunftsorientierter und günstiger wäre es gewesen, Plug & Charge verpflichtend zu machen. Vor allem auch, weil Ausländer keine Debitkarte haben. Ebenfalls ein Thema, auf das ich in der Vergangenheit bereits tiefer einging.


Steigende Absatzzahlen über das Jahr

Im Januar hatten wir einen einzelnen Ladegast, welcher sehr regelmäßig und viel seinen Dienstwagen bei uns geladen hatte. Der brach im Februar weg, seither wächst der Absatz aber dennoch Monat für Monat. Es scheint sich rum zusprechen, dass es hier eine Säule gibt. Wir sehen immer mehr neue Fahrzeuge, welche dann zunehmend regelmäßig hier sind.

Durchsatz an einer Typ 2 Ladesäule


Ende März war die Säule etwa 2 Wochen lang auf Wartung und damit nicht nutzbar, da der Platz davor gepflastert wurde. Entsprechend war das auch der schwächste Monat. Danach hatte man durchaus gemerkt, dass mehr und mehr Leute sie nutzen. Ein teilweise geschotterter und mit Gras überwachsener Ladeplatz scheint ganz klar abschreckend zu sein.

Wie schon weiter oben erwähnt, hätte ich nicht gedacht, dass so viel an der Säule los sein wird, wie es nun ist. Dennoch ist es zu wenig, als dass die Säule sich irgendwann tragen und ihre Investitionskosten wieder reinholen würde, um mal Gewinn zu machen. So spannend das Wachstum über das Jahr war, so weit weg ist sie im Jahr 2024 auch direkt wieder davon, in die Gewinnzone zu kommen.

Was 2023 noch stark half, war die THG-Quote für die verkauften kWh. Wie bei den PKWs auch, bricht diese auch für Ladesäulenbetreiber zunehmend weg und ist kaum noch der Rede wert. Während im Jahr 2023 noch ein monatlicher Durchsatz von gut 950 kWh fällig war, um in die Gewinnzone zu kommen, sind es ab 2024 dann 1.600 kWh.

Erste ausführliche Testfahrt im smart #3


Limitierender Faktor sind ganz klar die Onboradlader der Elektroautos, weswegen es auch wenig verwunderlich ist, dass Ladesäulenbetreiber zunehmend auf CCS setzen. Wie ich bereits in einem vergangenen Post schrieb, kosten diese zwar mehr als Typ 2 Säulen. Sie machen aber mehr Umsatz, als sie kosten. Sodass sie sich dennoch schneller rechnen, mehr dazu hier.

Abschließend habe ich noch geguckt, wie meine Säule im Vergleich zu anderen Säulen dasteht. Ob sie denn nun eher viel oder eher wenig Strom umsetzt. Praktischerweise führt die Stadt Rüsselsheim eine Statistik auf deren Seite. Hier mal die Kennzahlen von meiner Säule in 2023 im Vergleich zu deren Kennzahlen (08/2021 bis 05/2023). Daran wird deutlich, dass meine Säule eher überdurchschnittlich ist:

smart EMOTIONRüsselsheim
Stückzahl Ladepunkte2792
Durchsatz kWh (ges.)6.402 kWh551.660 kWh
Ladezeit (ges.)740 Stunden205.488 Stunden
Ladevorgänge (ges.)21039.411
kWh pro Ladevorgang23,812 kWh13,987 kWh
Stunden pro Ladevorgang3:31 h5:13 h
Durchschnittliche Leistung6,75 kW2,68 kW


Es war mir von Anfang an klar, dass diese Säule sich nicht tragen wird. Entsprechend ist es für mich auch kein Verlust, dass es kam wie ich es erwartet hatte. Mir geht es bei dem Projekt eher darum zu sehen, wie so etwas genutzt wird und was man im laufenden Betrieb so für Aufwände und Feststellungen hat. Follower kommentierten in der Vergangenheit auch schon, dass ich diese Säule beobachte, wie andere das Vogelhäuschen bei im Garten beobachten und sich daran erfreuen.

Außerdem ist es natürlich für smart EMOTION eine super Location für Fotos von aktuellen Autos, welche ich im Test habe und um Dinge ausprobieren zu können, welche im smart EMOTION Forum aufkommen. Spannend ist sie auch für Artikel, in denen ich genau zeige, was in der Säule eigentlich drin ist: Wie sieht's eigentlich in einer Typ 2 Ladesäule aus und wie funktioniert sie?

Erste CP Messungsversuche zwischen Auto und Ladesäule


Es zeigt aber natürlich dennoch auch, wie es mit Typ 2 Ladestationen weiter geht und in gewissem Maß auch, warum diese schon heute von Autobahnen verschwinden.

  • Vorheriger Artikel Wie sieht's eigentlich in einer Typ 2 Ladesäule aus und wie funktioniert sie?

Antworten 14

Moritz Leicht
7. Januar 2024 um 14:27

ginntonic & Josef, ich spiele gerade noch mit der Funktion rum, welche solche Threads startet, die synchron zur Kommentarspalte unter dem Artikel sind. Drum die Frage: Wo habt ihr denn gedrückt, dass hier nun Eure Reaktion aufgelistet wird? Hatte es Euch den Thread angezeigt oder war das eine Reaktion bei den Artikel selbst? :/

Josef
7. Januar 2024 um 14:38

öh?!?

keine Ahnung mehr - weil oben in der Leiste entweder "Forum", "Artikel" oder die "Glocke" mit neuem/rot-markiertem aufleuchten. Und dann schaue ich in aller Neugier einfach rein...

Moritz Leicht
7. Januar 2024 um 14:39

Alles klar. Bin sowieso noch am spielen. Will auch, dass der automatisch dazu erstellte Text noch anders aussieht. Das gefällt mir noch nicht. Dabei finde ich dann vielleicht auch das noch :D

Moritz Leicht
7. Januar 2024 um 15:36

Ja ne, es hat auch direkt einen Thread eröffnet. :/

Jeggo
7. Januar 2024 um 15:54

Moritz Leicht : Gibt es eine Erklärung für den Dezember 2023? Der fällt ja doch etwas aus dem Rahmen.

Es zeigt sich auch mal wieder eindrucksvoll, wie wirklichkeitsfremd die Politik ist. Das das Ad Hoc laden faktisch nicht genutzt wird dürfte nicht nur bei Dir so sein. Es entstehen nur vermeidbare zusätzliche Kosten, die von allen Nutzern zu tragen sind.

Gibt es in Deutschland einen Markt für gebrauchte DC-Lader? Ein 50kW DC-Lader würde ja vielleicht durchaus Sinn machen um den Durchsatz zu verbessern und die Ladezeit zu verkürzen. Der Schritt von 44kW zu 50kW ist ja auch nicht so groß, was den elektrischen Anschluss betrifft.

Ist zwar eher ein Kommentar als ein Artikel. Passt aber gut zum Thema:

https://www.electrive.net/2023/12/27/dc-only-warum-sich-die-gleichstrom-infrastruktur-durchsetzt/

Viertelelf
7. Januar 2024 um 16:23

Ein DC-Lader ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn er gleichzeitig einen Speicher verwaltet. Sonst verschiebt er die AC/DC-Wandelung eigentlich nur vom Auto in die Wallbox. 50kW ist auch für den Hausanschluss eine ganz ordentliche Herausforderung, 22kW entsprechen schon 32A pro Phase, bei 50kW liegt schon über 70A, das gibt es in Wohnhäusern nicht mehr.

Gespannt bin ich, was die Photovoltaikhersteller in den nächsten Tagen liefern werden, mein (in den nächsten Tagen kommender) PV-Speicher läuft bei 400V DC, der wäre eigentlich gut geeignet um direkt eine DC-Wallbox zu betreiben. Im Moment gibt es da aber noch nichts, aktuell wird von 400V DC auf AC gewandelt um dann im Auto wieder als DC gespeichert zu werden.

Moritz Leicht
7. Januar 2024 um 16:29
Zitat von Jeggo

Moritz Leicht : Gibt es eine Erklärung für den Dezember 2023? Der fällt ja doch etwas aus dem Rahmen.

Die Weihnachtsfeiertage und Ferien haben da stark rein gespielt. Wobei auch schon Anfang Dezember so viel los war. Warum der Dezember so stark war, ist mir auch nicht ganz klar. Aber es geht momentan diesen Monat gerade so weiter.

Vielleicht spielt auch das Wetter rein. Aber es war im Dezember ja eigentlich wärmer als im November. :/

Zitat von Jeggo

Gibt es in Deutschland einen Markt für gebrauchte DC-Lader?

In Deutschland vermutlich weniger, weil man die dann erst noch um das Eichrecht aufrüsten müsste. Hatte mit dem Gedanken gespielt, wie Fastned deren ABB-Lader aktuell verkauft. Tatsächlich spielen mein Dad und ich mit dem Gedanken die Säule durch eine HYC50 von Alpitronic zu ersetzen. Aber das ist noch lange nicht in Stein gemeißelt.

Sollten wir das aber tun, wäre das definitiv vor dem 1. Juli, weil wir keine Lust auf ein teures Kartenterminal haben.

Am coolsten fände ich eine Akkugepufferte CCS-Säule. Aber das übersteigt massiv unsere Zahlungsbereitschaft. Mal sehen, ob ich da einen Hersteller von überzeugen kann, dass das hier ein super cooles Projekt wäre.

Zitat von Jeggo

Ist zwar eher ein Kommentar als ein Artikel. Passt aber gut zum Thema:

https://www.electrive.net/2023/12/27/dc-…tur-durchsetzt/

Ich hatte ja bereits ein paar Wochen vor diesem Artikel praktisch die gleiche Theorie aufgestellt und seither auch in der Branche großen Zuspruch dafür bekommen. :)

Artikel

Typ 2-Laden wird teurer als CCS-Laden und daher mittelfristig aussterben

Was auf den ersten Blick nach Fiktion klingt, wird auf den zweiten Blick immer realistischer. Und das obwohl man meinen müsste Typ 2-Laden sei günstiger, denn auf ihren Umsatz, bei gleicher Auslastung, gerechnet ist es teurer als CCS-Infrastruktur.
Wenn man es sich genau ansieht stellt man fest, dass wir bereits mitten in diesem Wandel sind.
Moritz Leicht
15. November 2023 um 12:56

Zitat von Viertelelf

Ein DC-Lader ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn er gleichzeitig einen Speicher verwaltet. Sonst verschiebt er die AC/DC-Wandelung eigentlich nur vom Auto in die Wallbox. 50kW ist auch für den Hausanschluss eine ganz ordentliche Herausforderung, 22kW entsprechen schon 32A pro Phase, bei 50kW liegt schon über 70A, das gibt es in Wohnhäusern nicht mehr.

Die Wandlungsverluste sind eine eigene Thematik, das hat nicht mit "macht Sinn" zu tun. Die allermeisten CCS-Säulen sind ohne Akkupuffer.

Tatsächlich hat mein Elternhaus hier 80 A Panzersicherungen und einen 63 A Automaten dahinter. Das gibt's schon, ist aber nur in älteren Häusern so. Heutzutage muss man eine Wandlermessung haben, wenn man 63 A oder mehr haben will. Sollten wir tatsächlich CCS anschaffen und das ohne Akkupuffer sein, wäre das auch über einen eigenen Hausanschluss für die Säule mit Wandlermessung. Da werde ich mir die Tage mal ein Angebot einholen.

Zitat von Viertelelf

Gespannt bin ich, was die Photovoltaikhersteller in den nächsten Tagen liefern werden, mein (in den nächsten Tagen kommender) PV-Speicher läuft bei 400V DC, der wäre eigentlich gut geeignet um direkt eine DC-Wallbox zu betreiben. Im Moment gibt es da aber noch nichts, aktuell wird von 400V DC auf AC gewandelt um dann im Auto wieder als DC gespeichert zu werden.

DC-Boxen werden kommen. Auch das wird die Thematik beschleunigen, dass AC-Lader in Autos aussterben werden. Aber der Prozess wird noch ein paar Jahre brauchen.

ginntonic
7. Januar 2024 um 16:34
Zitat von Moritz Leicht

Wo habt ihr denn gedrückt, dass hier nun Eure Reaktion aufgelistet wird? Hatte es Euch den Thread angezeigt oder war das eine Reaktion bei den Artikel selbst? :/

Bei mir war es direkt der Foren-Thread. Den Artikel hatte ich vorher schon gelesen ohne eine Reaktion zu hinterlassen.

Viertelelf
7. Januar 2024 um 16:56
Zitat von Moritz Leicht

Die Wandlungsverluste sind eine eigene Thematik, das hat nicht mit "macht Sinn" zu tun. Die allermeisten CCS-Säulen sind ohne Akkupuffer.

Tatsächlich hat mein Elternhaus hier 80 A Panzersicherungen und einen 63 A Automaten dahinter. Das gibt's schon, ist aber nur in älteren Häusern so.

Bei mir sollte von 63A auf 50A abgerüstet werden, ich konnte die Elektriker nur mühevoll überzeugen, dass 63A in einem Mehrfamilienhaus angebracht sind. Auch wenn nur 2 Leute darin wohnen.

Meine Idealvorstellung ist, dass DC direkt vom Dach in den Speicher geleitet wird und von dort der Wallbox zur Verfügung steht. Dazu habe ich aber in der Anleitung von dem Luna2000 keine Informationen gefunden, ob man dem Speicher über DC Strom entnehmen darf und wenn ja, welche Stromstärke ok wäre.

Moritz Leicht
7. Januar 2024 um 17:10
Zitat von Viertelelf

Bei mir sollte von 63A auf 50A abgerüstet werden, ich konnte die Elektriker nur mühevoll überzeugen, dass 63A in einem Mehrfamilienhaus angebracht sind. Auch wenn nur 2 Leute darin wohnen.

Ja das passiert irgendwie gerne. Weis nicht so ganz warum, aber bei meiner Oma wurde auch von 63 A auf 35 A abgerüstet, wie sie Ihre PV-Anlage bekommen hatte.

Zitat von Viertelelf

Meine Idealvorstellung ist, dass DC direkt vom Dach in den Speicher geleitet wird und von dort der Wallbox zur Verfügung steht. Dazu habe ich aber in der Anleitung von dem Luna2000 keine Informationen gefunden, ob man dem Speicher über DC Strom entnehmen darf und wenn ja, welche Stromstärke ok wäre.

Davon träumen schon seit Jahren sehr viele Leute, das wird kommen. :)

.. was Du natürlich trotzdem noch haben wirst, sind Wandlungsverluste von den 400 V der Anlage auf die 300-500 V der Akkuspannung des autos. Aber das ist trotzdem effizienter als die Umwege über die AC-Ladegeräte.

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